Glatt in drei Sätzen: Zverev stürmt ins Halbfinale
Mit Vollgas ins Halbfinale: Alexander Zverev hat den nächsten großen Schritt auf dem Weg zu seinem ersten US-Open-Triumph gemacht. Einen Tag nach dem Aus von Titelverteidiger Carlos Alcaraz ließ der an Position eins gesetzte Hamburger dem Niederländer Botic van de Zandschulp beim 6:2, 7:5, 6:1 im Viertelfinale keine Chance und zog zum dritten Mal in New York in die Runde der besten vier ein.
Dort kommt es für Zverev (29) am Freitagnachmittag (nicht vor 15.00 Uhr Ortszeit) zu einem Rematch des Olympia-Endspiels von Tokio 2021 gegen Karen Chatschanow (30). Der Russe, die Nummer 50 der Welt, hatte sich zuvor locker in nur 98 Minuten gegen Alexander Blockx durchgesetzt und dabei im dritten Satz von der verletzungsbedingten Aufgabe des Belgiers profitiert. Nach dem Viertelfinal-Aus von Spaniens Topstar Alcaraz gegen den US-Amerikaner Ben Shelton ist Zverev nun der große Favorit auf den Titel.
"Ich bin natürlich glücklich, hier im Halbfinale zu sein. Aber natürlich möchte ich noch weiter kommen", sagte Zverev im launigen On-Court-Interview und verriet, dass er das epische Viertelfinale zwischen Alcaraz und Shelton bis 3.33 Uhr im TV verfolgt hatte. Das lange Ausschlafen hat nun aber ein Ende, im Halbfinale muss er nach fünf Night Sessions erstmals nachmittags ran.
Zverev, der erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier der topgesetzte Spieler ist, brauchte für seinen Viertelfinalerfolg nur etwas mehr als zwei Stunden. Der French-Open-Sieger zeigte im Arthur Ashe Stadium nicht sein bestes Tennis, brauchte das gegen den fehleranfälligen van de Zandschulp (Nr. 70 der Welt) aber auch nicht. "Er hat das gemacht, was er machen musste. Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss", sagte Experte Boris Becker bei Sporteurope.TV. Zwei Siege fehlen Zverev in seinem bisher konstantesten Grand-Slam-Jahr noch zu seinem zweiten Major-Triumph.
Im Juni in Paris erfüllte er sich seinen großen Traum, wenig später in Wimbledon stand er erstmals im Finale - nun erreichte Zverev mit seinem 51. Matcherfolg 2026 (Bestwert auf der ATP-Tour) erstmals in seiner Karriere bei jedem Grand-Slam-Turnier eines Jahres das Halbfinale. Das ist in der Ära des Profitennis (seit 1968) nur acht weiteren Männern gelungen.
Und Zverev erreichte einen weiteren Meilenstein: Mit seinem 23. Sieg bei Grand Slams in diesem Jahr zog er an Ikone Becker vorbei und sicherte sich den "deutschen Rekord" - Becker waren 1989 insgesamt 22 Erfolge gelungen.
Nach vier Nachtschichten zum Start seiner Titelmission musste Zverev erstmals am Abend in der ersten Partie der Night Session ran, es entwickelte sich zunächst ein Match mit wenig Unterhaltungswert. Zverev unterliefen im ersten Satz gleich fünf Doppelfehler, er profitierte aber von vielen Wacklern des nervösen Niederländers und schnappte sich Satz eins.
Auch im zweiten Satz fehlte die Energie der Zuschauer im riesigen Arthur Ashe Stadium, beide Spieler steigerten jetzt aber ihr Niveau. Nach einem wackligen Aufschlagspiel hatte van de Zandschulp plötzlich Satzball, Zverev behielt aber die Nerven - und sicherte sich nach einem späten Break wenig später den Durchgang. Im dritten Satz nahm er van de Zandschulp früh den Aufschlag ab und ließ sich auf dem Weg ins Halbfinale nicht mehr aufhalten.
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