Der Arbeitskonflikt bei Samsung Biologics, dem weltweit führenden Auftragsentwicklungs- und Produktionsunternehmen (CDMO), hat einen kritischen Punkt erreicht. Laut der Gewerkschaft von Samsung Biologics (Gewerkschaftsvorsitzender: Jaesung Park), die etwa 75 % der Belegschaft des Unternehmens vertritt, handelt es sich bei dem anhaltenden Konflikt nicht allein um einen Tarifstreit, sondern um ein erhebliches Geschäftsrisiko, das auf strukturelle Mängel einer undurchsichtigen Unternehmensführung und den arbeitsrechtlichen Kontroll- und Compliance-Strukturen der Samsung Group zurückzuführen ist.
Systemisches Versagen und „strukturelles Lieferkettenrisiko“
Mit der Einleitung rechtlicher Schritte zur Sicherung des Streikrechts aus Solidarität mit der Gewerkschaft von Samsung Electronics übermittelte die Gewerkschaft eine deutliche Warnung an den globalen Markt. „Das Fehlen eines internen Systems zur selbstständigen Beilegung wiederkehrender Konflikte stellt für unsere weltweiten Kunden ein erhebliches strukturelles Risiko in der Lieferkette dar“, so die Gewerkschaft. „Die Unerfahrenheit des Managements im Umgang mit rationalen Arbeitsbeziehungen – die auf seine historische gewerkschaftsfeindliche Politik zurückzuführen ist – stellt ein systemisches Versagen dar, das den in der biopharmazeutischen Industrie notwendigen ununterbrochenen Produktionsbetrieb rund um die Uhr direkt gefährdet.“
Interne Unterlagen: Unlautere Arbeitspraktiken und Eingriffe in die Unternehmensführung
Die Gewerkschaft kritisiert zudem, dass die öffentliche Ankündigung von Jae-yong Lee, die gewerkschaftsfeindliche Unternehmenspolitik abzuschaffen, bislang nicht umgesetzt wurde. Dieses Versäumnis wird durch interne Dokumente belegt, die im November 2025 an die Öffentlichkeit gelangten. „Wie der führende südkoreanische Sender MBC ausführlich berichtete, lieferten diese Dokumente Beweise für unlautere Arbeitspraktiken (Unfair Labor Practices, ULP), die dazu dienen sollten, gewerkschaftliche Aktivitäten zu unterdrücken“, berichtet die Gewerkschaft.
Abgesehen von „ULPs“ verweisen diese Dokumente auf erhebliche Risiken im Zusammenhang mit der Unternehmensführung hin. Der Gewerkschaft zufolge operiert Samsung Biologics – ein eigenständiges, an der KOSPI notiertes Unternehmen – unter einer Unternehmensstruktur, in der wichtige Personalentscheidungen dem Business Support Office von Samsung Electronics gemeldet und von diesem genehmigt werden. Diese strukturelle Einflussnahme wird zusätzlich durch die Tatsache belegt, dass der Chef der Personalabteilung von Samsung Biologics ein ehemaliger Mitarbeiter von Samsung Electronics ist.
Der Gewerkschaftsvorsitzende Park betont: „Selbst wenn die Verhandlungsführer auf Arbeitsebene einen Kompromiss anstreben, werden die endgültigen Entscheidungen zwangsläufig vom Business Support Office beeinflusst. Diese strukturelle Schwäche verhindert grundsätzlich eigenständige Vereinbarungen und führt zu langwierigen Konflikten.“
Compliance-Verstöße und ESG-Risiken
Außerdem verurteilte die Gewerkschaft nachdrücklich die Verstöße der Unternehmensleitung gegen die Vorschriften. Trotz einer am 1. Dezember unterzeichneten Win-Win-Vereinbarung zwischen Gewerkschaft und Unternehmensleitung zur Beilegung zahlreicher rechtlicher Streitigkeiten – darunter schwerwiegender Hausfriedensbruch, Verstöße gegen das Gesetz zum Schutz von Whistleblowern im öffentlichen Interesse sowie Verstöße gegen arbeitsrechtliche Vorschriften – beanstandet die Gewerkschaft, dass die Unternehmensleitung den Geist der Vereinbarung nicht eingehalten habe.
Vor diesem Hintergrund erstattete die Gewerkschaft Strafanzeige gegen Führungskräfte aufgrund von Verstößen gegen den Tarifvertrag und das Arbeitsrecht. „Die Nichteinhaltung geschlossener Vereinbarungen und arbeitsrechtlicher Vorschriften verstößt unmittelbar gegen die rigorosen ESG-Standards, die von globalen Pharmaunternehmen gefordert werden“, bemängelt die Gewerkschaft.
Der Gewerkschaftsvorsitzende Park ergänzt: „Unser Ziel ist es, ein solides ESG-Management und eine normgerechte Unternehmensführung zu etablieren. Um einen unkontrollierbaren Ausfall der Lieferkette zu verhindern, muss sich die Unternehmensleitung von der exzessiven Einflussnahme durch den Konzern lösen und eine verantwortungsvolle, eigenständige Führungsstärke beweisen.“
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