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Infantino zeigt sich offen für Dialog über Reformen

Published on septembre 21, 2026 at 21:50

FIFA-Präsident Gianni Infantino — NHAC NGUYEN
FIFA-Präsident Gianni Infantino — NHAC NGUYEN

FIFA-Präsident Gianni Infantino gibt im Kampf um seinen Job weiterhin nicht auf und signalisiert Offenheit für einen Dialog über Reformen. Der massiv in die Kritik geratene Boss des Fußball-Weltverbandes schickte am Montag an die 211 Mitgliedsverbände ein entsprechendes Schreiben, das unter anderem der Nachrichtenagentur AFP und dem Portal The Athletic vorliegt. Darin schlägt er eine "Konsultation" mit den Mitgliedsverbänden vor, um die Entscheidungsprozesse der in der Krise steckenden FIFA zu reformieren.

Er werde vorschlagen, dass das am 15. Oktober zum nächsten Mal tagende FIFA-Council "eine direkte, strukturierte und zeitlich begrenzte Konsultation mit den Konföderationen, den Mitgliedsverbänden und den betroffenen Interessengruppen darüber organisiert, wie die Entscheidungsprozesse der FIFA weiter gestärkt werden können", schrieb Infantino. Dabei sollten "konkrete Vorschläge zu einer frühzeitigeren Einbindung der Institutionen, zu den jeweiligen Rollen des Präsidenten, des Präsidiums, des Rates und des Kongresses sowie zu praktischen Möglichkeiten zur Stärkung von Transparenz, Mitbestimmung und Rechenschaftspflicht bei wichtigen strategischen Initiativen eingeholt" werden.

Infantino war zuletzt mit seinem Vorhaben gescheitert, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren auch aus dem Umfeld des US-Präsidenten Donald Trump zu verkaufen. Er betonte nun in seiner versuchten Klarstellung nochmals, "dass die demokratischen Prozesse, die Unabhängigkeit und die sportliche Autorität der FIFA niemals zum Verkauf standen. Sie stehen nicht zum Verkauf und werden es auch niemals tun."

Das geplante Projekt FIFA Forward Enterprise (FFE) hätte "keinen Verzicht auf die Kontrolle oder Autorität der FIFA über sportliche Entscheidungen beinhaltet", führte Infantino aus: "Der Vorschlag gelangte an die Öffentlichkeit, bevor der von der FIFA geplante institutionelle Prozess abgeschlossen war und bevor er dem Rat und den Mitgliedsverbänden in vollem Umfang vorgelegt werden konnte."

Er verstehe, "dass dies ohne den vollständigen Kontext Besorgnis ausgelöst und den Eindruck erweckt hat, dass bereits Entscheidungen getroffen worden seien." Dies sei jedoch "nicht der Fall" gewesen, schrieb der FIFA-Boss weiter: "Es blieb ein Vorschlag, keine Entscheidung, und unterlag stets den erforderlichen Genehmigungen durch den Rat und die Mitgliedsverbände. Er wurde nun zurückgezogen und wird nicht weiterverfolgt."

Trotz der massiven Kritik aus Teilen der Fußballwelt strebt der Schweizer bei der Neuwahl im März 2027 eine weitere Amtszeit an. Neben anderen fordert vor allem die UEFA den Rückzug Infantinos und bereitet eine Strafanzeige in der Schweiz gegen ihn vor. Ziel der Europäischen Fußball-Union ist es, Infantino vor seiner angestrebten Wiederwahl zur Aufgabe zu bewegen. Ansonsten wird die UEFA mit großer Sicherheit einen Gegenkandidaten ins Rennen schicken.

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