Die internationale Expansion verursacht einen deutlich höheren Aufwand für Rechts- und Compliance-Prozesse als M&A selbst. Fast drei Viertel (74 Prozent) der leitenden Fachkräfte mit Erfahrung im grenzüberschreitenden Geschäft nennen den Markteintritt oder die internationale Expansion als eine der größten Belastungen, gegenüber nur 28 Prozent bei M&A-Transaktionen. Dies geht aus einer neuen Studie von CSC hervor, dem führenden Anbieter globaler Lösungen für Unternehmensverwaltung und Compliance.
Die Herausforderungen reichen dabei weit über die Abwicklung von Transaktionen hinaus. 71 Prozent der Befragten nennen die laufende Verwaltung von Gesellschaften und die Einhaltung von Compliance-Anforderungen. Dies verdeutlicht den operativen Aufwand, der mit dem Aufbau und der dauerhaften Präsenz in mehreren Rechtsordnungen verbunden ist.
Der neue Bericht von CSC, The Cross-Border Readiness Gap: Navigating the Legal and Compliance Burden of International Expansion, basiert auf den Einschätzungen von 200 Führungskräften weltweit, die unmittelbar mit grenzüberschreitenden Transaktionen, Expansionen, Umstrukturierungen sowie Aufgaben rund um Gesellschaften oder Compliance befasst sind.
Eine wesentliche Ursache dieser Komplexität sind fragmentierte Angaben zu Gesellschaften und Eigentumsverhältnissen. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) gibt an, Arbeiten oft wiederholen zu müssen, weil Informationen fehlen, veraltet oder widersprüchlich sind. Bei weiteren 44 Prozent ist dies gelegentlich der Fall. Die Gründung von Gesellschaften ist mit 63 Prozent der Nennungen der am häufigsten genannte Reibungspunkt. 51 Prozent bezeichnen Doppelarbeit als wichtigste Ursache für Koordinationsprobleme.
„Die eigentliche Komplexität einer internationalen Expansion zeigt sich häufig erst nach der Entscheidung, in einen neuen Markt einzutreten“, so Myrna Reijnders, Market Leader Americas bei CSC. „Nach dem Markteintritt müssen Gesellschaften, Geschäftsführungen, Bankkonten, Steuerregistrierungen und die laufenden Compliance-Anforderungen korrekt aufgesetzt und verwaltet werden – häufig in Rechtsordnungen mit jeweils unterschiedlichen Anforderungen. Schon kleine Informationslücken können dann schnell zu Verzögerungen führen. Die richtigen Daten, ein klarer Plan und die frühzeitige Einbindung der richtigen Partner machen hier einen entscheidenden Unterschied.“
Solche Verzögerungen können erheblich sein. Die Hälfte der Befragten gibt an, dass Probleme mit Angaben zu Gesellschaften, Compliance oder Eigentumsverhältnissen grenzüberschreitende Vorgänge mitunter um ein bis zwei Wochen verzögern. 16 Prozent berichten sogar von Verzögerungen um drei bis vier Wochen. Fast die Hälfte (48 Prozent) sieht zudem die Eröffnung von Bankkonten oder KYC-Prüfungen als Ursache für Nacharbeiten, ungeplanten juristischen Aufwand oder Verzögerungen.
Unternehmen begegnen diesen Herausforderungen mit klareren Zuständigkeiten und standardisierten Prozessen: 66 Prozent benennen eine eindeutig verantwortliche Person für grenzüberschreitende Aufgaben, 60 Prozent erstellen ein standardisiertes Informationspaket, das alle für den Abschluss erforderlichen Angaben enthält, und 53 Prozent binden Compliance-Teams früher ein. Gleichzeitig lagern 44 Prozent mehr spezialisierte Aufgaben aus und 43 Prozent investieren in Technologien für das Gesellschaftsmanagement.
„Für interne Teams geht es häufig weniger um die Frage, was zu tun ist, sondern vielmehr darum, die Aufgaben über mehrere Märkte hinweg effizient zu koordinieren“, ergänzt Ian McConnel, Chief Legal and Risk Officer bei CSC. „Technologie kann für mehr Einheitlichkeit und Transparenz sorgen. Durch die Auslagerung spezialisierter Aufgaben erhalten Teams zugleich Zugang zur erforderlichen Expertise und zusätzlichen Kapazitäten. Beides zusammen kann Doppelarbeit reduzieren und die Abwicklung grenzüberschreitender Vorgänge deutlich vereinfachen.“
Häufig gestellte Fragen zur internationalen Expansion
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Was ist eine Cross-Border Readiness Gap?
- Eine Cross-Border Readiness Gap entsteht, wenn Angaben zu Gesellschaften, Eigentumsverhältnissen, Compliance, KYC, Daten und Einreichungen nicht rechtzeitig koordiniert werden, um Verzögerungen, Nacharbeiten oder Doppelarbeit zu vermeiden.
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Warum verursacht eine internationale Expansion einen höheren Rechts- und Compliance-Aufwand als M&A?
- Eine internationale Expansion bringt fortlaufende Verpflichtungen rund um Gesellschaften, Bankkonten, KYC, Steuern, Lizenzen, Einreichungen und Corporate Governance mit sich.
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Was führt bei grenzüberschreitenden Vorgängen am häufigsten zu Nacharbeiten oder Verzögerungen?
- Die Gründung von Gesellschaften war die häufigste Ursache für Nacharbeiten oder Verzögerungen, gefolgt von der Eröffnung von Bankkonten oder KYC-Prüfungen.
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Wie verbessern Unternehmen ihre Voraussetzungen für grenzüberschreitende Aktivitäten?
- Unternehmen verbessern ihre Voraussetzungen, indem sie klare Verantwortlichkeiten festlegen, ein standardisiertes Informationspaket mit allen für den Abschluss erforderlichen Angaben erstellen und Compliance-Teams früher einbinden.
Laden Sie den CSC-Report hier herunter: The Cross-Border Readiness Gap: Navigating the Legal and Compliance Burden of International Expansion.
1 CSC hat in Zusammenarbeit mit Pureprofile weltweit 200 Führungskräfte aus den Bereichen Rechtsberatung, Unternehmensstrategie und Private Capital befragt. Alle Befragten tragen Verantwortung auf Führungsebene und verfügen über aktuelle Erfahrung mit grenzüberschreitenden Transaktionen, Expansionen, Umstrukturierungen oder Projekten im Bereich Gesellschaftsmanagement und Compliance. Die Befragten kamen aus Nordamerika, Europa einschließlich Großbritannien, dem asiatisch-pazifischen Raum und Lateinamerika.
Über CSC
CSC ist der führende Anbieter von Lösungen für Unternehmensverwaltung und Compliance und bietet Managern alternativer Investmentfonds und Kapitalmarktteilnehmern branchenführendes Know-how und eine einzigartige globale Reichweite. Mit umfassender Erfahrung im institutionellen Geschäft und einem maßgeschneiderten Ansatz bietet CSC ein breites Spektrum an Dienstleistungen in den Bereichen Fondsverwaltung, Treuhand, Agency Services und Compliance. Damit unterstützt das Unternehmen unterschiedlichste Transaktionen an privaten und öffentlichen Märkten, komplexe Fondsstrategien und effiziente Abläufe in großem Maßstab.
Als vertrauenswürdiger Partner der Wahl für mehr als 75 % der PEI 300 und 90 % der Fortune 500® unterstützt CSC seine Kunden dabei, operative und transaktionsbezogene Komplexitäten in mehr als 140 Rechtsordnungen und verschiedenen Anlageklassen zu bewältigen. Mit umfassenden weltweiten Kompetenzen bieten unsere Expertenteams Lösungen, die auf die individuellen Bedürfnisse jedes Kunden zugeschnitten sind. Seit 1899 in Privatbesitz und professionell geführt, verbinden wir globale Reichweite, lokale Expertise und innovative Lösungen, um unseren Kunden zum Erfolg zu verhelfen.
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