Europäische Versicherer überdenken BPO für das KI-Zeitalter

30 Jun 2026
LONDON

Europäische Lebens- und Rentenversicherer verändern die Beziehungen im Bereich Business Process Outsourcing (BPO), um die Widerstandskraft, Auflageneinhaltung und KI-fähige Modernisierung zu stärken, insbesondere angesichts zunehmender regulatorischer Aufsicht und bestehender Komplexität. Dies ergibt sich aus einem neuen Forschungsbericht, der heute von der Information Services Group (ISG) (Nasdaq: III), einer weltweit tätigen KI-orientierten Technologieforschungs- und Beratungsfirma, veröffentlicht wurde.

Der 2026 ISG Provider Lens® Insurance Services — Life and Retirement (L&R) BPO Report für Europa gelangt zu dem Schluss, dass Lebens- und Rentenversicherer ihre Sourcing-Strategien neu überprüfen, da sie sich mit strengerer behördlicher Aufsicht, demographischen Veränderungen und fragmentierten überkommenen Policenplattformen auseinandersetzen müssen. Viele Träger sind in mehreren Rechtsräumen tätig, was Governance, Datenlokalisierung und mehrsprachigen Kundendienst zu zentralen Bestandteilen der Struktur und Bewertung von Outsourcing-Modellen macht.

„Europäische Versicherer betrachten BPO nicht länger vorwiegend als Kostenfaktor“, erklärte Thorsten Stuewe, Director, EMEA Insurance, bei ISG. „Sie brauchen jetzt Partner, die betriebliche Kontinuität, regulatorische Sicherheit und allmähliche Modernisierung bereitstellen können, ohne neue Risiken hinzuzufügen.“

Compliance-Bereitschaft habe sich zu einer Grundvoraussetzung bei der Anbieterauswahl in der Versicherungsbranche der Region entwickelt. Unternehmen wünschten sich BPO-Modelle, bei denen Kontrollen, Prüfungspfade und Aufsichtsberichterstattung in den täglichen Betrieb eingebettet sind und nicht im Rahmen der Geschäftsführung nachträglich hinzugefügt werden. Käufer erwarteten zudem, dass die Anbieter sich mit der europäischen Datenschutz-Grundverordnung, der Verordnung über digitale operationale Resilienz, der Solva-II-Richtlinie und länderspezifischen Rentenregeln auskennen.

Versicherer in Europa strebten zunehmend eine Modernisierung an, die den Kernbetrieb nicht destabilisiert. Viele seien weiterhin von überkommenen Policenverwaltungsplattformen abhängig, die auf lokale Produkte und Bestimmungen zugeschnitten sind, was ihre Nutzung bei der Direktverarbeitung begrenze und Produkteinführungen verlangsame. Anstatt großumfänglichen Ersatz anzustreben, bevorzugten Käufer phasenweise Ansätze, die Prozessumgestaltung, gezielte Automatisierung und digitale Verbesserung bestehender Systeme miteinander in Einklang bringen.

Dienstleistungsstabilität werde in der Branche nun ebenso wichtig wie kaufmännische Effizienz. Europäische Versicherer schätzten zwar weiterhin wettbewerbsfähige Kosten, prüften jetzt jedoch auch die vorhersehbaren Serviceangebote, Ausnahmenmanagement und gleichbleibende Umschlagszeiten für Policenservice und Anspruchsbearbeitung. Mehrsprachige Unterstützung und die Fähigkeit, regulatorische oder Volumenschocks zu absorbieren, ohne den Service zu beeinträchtigen, seien zunehmend wichtige Aspekte bei der Anbieterbewertung, so die ISG.

„Europäische Lebens- und Rentenversicherer wünschen sich Sourcing-Modelle, die einer Prüfung standhalten und sich dennoch weiterentwickeln können“, sagte Ashish Jhajharia, Hauptverfasser des Berichts. „Anbieter, die Domänentiefe, prüfungsfähige Operationen und praktische Fahrpläne für den Wandel miteinander kombinieren, sind besser auf die Entscheidungsfindungsmethoden der Käufer ausgerichtet.“

In dem Bericht werden auch andere Trends untersucht, die den Lebens- und Rentenversicherungsmarkt in Europa beeinflussen, beispielsweise die zunehmende Bedeutung der Datennutzungsbereitschaft und der Bedarf an erfahrenen domänenzertifizierten Teams.

Weitere Einblicke in die versicherungsbezogenen Herausforderungen in Unternehmen in Europa sowie die Empfehlungen der ISG, wie diese gemeistert werden können, entnehmen Sie bitte dem ISG Provider Lens Focal Points Briefing hier.

In dem Bericht für Europa werden die Fähigkeiten von 23 Anbietern in einem Quadranten bewertet: Life and Retirement (L&R) BPO.

In dem Bericht werden Accenture, Cognizant, Genpact, HCLTech, TCS und WNS, Teil von Capgemini, als führend (Leader) in dem Quadranten eingestuft.

Darüber hinaus werden NTT DATA und Sutherland als „Rising Stars“ anerkannt - Unternehmen mit einem „vielversprechenden Portfolio und „hohem Zukunftspotenzial“ nach der Definition von ISG - in dem Quadranten.

Im Bereich Customer Experience wird Sutherland für 2026 als globaler „ISG CX Star Performer“ unter den europäischen Lebens- und Rentenversicherungsanbietern genannt. Sutherland erzielte die höchsten Bewertungen für Kundenzufriedenheit in der von ISG durchgeführten Umfrage „Voice of the Customer“, die zum ISG Star of Excellence™ Programm gehört, der renommiertesten Auszeichnung zur Anerkennung von Qualität in der Technologie- und Unternehmensdienstleistungsbranche.

Der 2026 ISG Provider Lens Insurance Services — Life and Retirement (L&R) BPO Report für Europa steht Abonnenten zur Verfügung oder kann auf dieser Webseite als Einmalkauf erworben werden.

Über die Information Services Group (ISG)

ISG (Nasdaq: III) ist ein weltweit tätiges, auf KI spezialisiertes Technologieforschungs- und Beratungsunternehmen. Als vertrauenswürdiger Partner von mehr als 900 Kunden, darunter 75 der 100 weltweit führenden Unternehmen, ist ISG seit langem führend im Bereich Technologie- und Unternehmensdienstleistungen und steht heute an vorderster Front, wenn es darum geht, KI zu nutzen, um Unternehmen zu operativer Exzellenz und schnellerem Wachstum zu verhelfen. Das 2006 gegründete Unternehmen ist bekannt für seine proprietären Marktdaten und Forschungsergebnisse, seine fundierten Kenntnisse und die Steuerung von Anbieter-Ökosystemen sowie für die Fachkompetenz seiner weltweit 1.500 Fachkräfte, die gemeinsam daran arbeiten, Kunden bei der Wertmaximierung ihrer Technologieinvestitionen zu unterstützen.

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