US-Roboterindustrie wächst zweistellig – IFR berichtet

18 Jun 2026
FRANKFURT AM MAIN, Deutschland

In den USA ist der Absatz von Industrie-Robotern im Vergleich zum Vorjahr um 11 % gestiegen: 38.000 Einheiten wurden 2025 neu installiert. Die deutliche Erholung beruht auf einem robusten Wachstum in der Lebensmittelbranche und anderen nicht-verarbeitenden Sektoren. Die Autoindustrie bleibt jedoch die größte Abnehmerbranche und liegt mit 13.500 installierten Einheiten nur 1 % unter dem Vorjahresergebnis. Das zeigen vorläufige Ergebnisse der International Federation of Robotics (IFR).

„Die Vereinigten Staaten sind wieder auf Wachstumskurs“, sagt Takayuki Ito, Präsident der International Federation of Robotics. „Während die Automobilbranche ihr drittbestes Ergebnis seit sieben Jahren erzielte, zeigen die Daten gleichzeitig eine steigende Nachfrage nach flexibler Automatisierung in der Lebensmittelindustrie: In diesem Sektor stiegen die Installationszahlen um 30 % und liegen so gleichauf mit dem Metall- und Maschinenbau sowie der Elektronik. Diese Branchen verzeichnen alle jeweils rund 3.000 Installationen im Jahr 2025.“

Roboterdichte

Der Automatisierungsgrad in den USA liegt, gemessen an der Roboterdichte, bei 307 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte in der verarbeitenden Industrie. Damit rangieren die Vereinigten Staaten weltweit auf Platz 8, zwei Plätze besser als im Vorjahr. Mit diesem Ergebnis liegt das Land hinter stärker automatisierten Ländern wie Südkorea (1.220 Roboter), Deutschland (449 Roboter) und Japan (446 Roboter), aber vor China (166 Roboter).

USA vs. China

Allerdings übertrifft China den Rest der Welt deutlich, wenn es um die Marktgröße geht: 295.000 Industrie-Roboter wurden im Reich der Mitte 2024 installiert. Das entspricht einem weltweiten Marktanteil von 54 %. Vorläufige Ergebnisse für das Jahr 2025 liegen für China noch nicht vor, doch nach Schätzungen der IFR dürften die Installationen etwa zehnmal höher liegen als in den Vereinigten Staaten. Diese Erfolgsgeschichte basiert auf der nationalen Robotik-Strategie des Landes, die vor zehn Jahren ins Leben gerufen wurde. Chinas kürzlich veröffentlichter 15. Fünfjahresplan (2026–2030) rückt die Robotik jetzt sogar in den Mittelpunkt seiner Industrie-Strategie. Ziel ist es, die KI-Forschung auf physische Anwendungen zu konzentrieren, wobei Roboter als Hauptmotor des Wirtschaftswachstums dienen sollen.

Nationale Robotik-Strategie

Nordamerikas größter Verband für die Automatisierungsbranche, A3, hat inzwischen seine „Vision für eine nationale Robotik-Strategie“ offiziell veröffentlicht und den Gesetzgebungsorganen vorgestellt. Der Verband setzt sich damit für die Schaffung eines Bundesamtes für Robotik und einer nationalen Kommission zur Koordinierung der Strategie ein. Ziel soll sein, die staatliche Forschung zu harmonisieren und öffentlich-private Partnerschaften zu fördern. Das Papier sieht zudem marktorientierte steuerliche Anreize, eine Ausweitung der Umschulung von Fachkräften, aktualisierte Sicherheitsstandards sowie eine bundesweite Verpflichtung zum Kauf einheimischer Robotik-Technologie vor, um den kommerziellen Einsatz zu beschleunigen.

Ausblick

Die Aussichten für eine industrielle Modernisierung in Nordamerika und den USA bleiben weiterhin äußerst positiv. Dies ist auf die zunehmende Rückverlagerung von Produktionsstätten sowie den anhaltenden Fachkräftemangel zurückzuführen. Die IFR prognostiziert für den Automatisierungssektor der Region einen stabilen, langfristigen Wachstumskurs, da die Hersteller ihre Investitionen in die Automatisierung erhöhen, um strukturellen Arbeitskräftemangel auszugleichen. Zudem diversifiziert sich die Nachfrage über die traditionellen Sektoren hinaus.

Auf der Automate Show 2026 in Chicago wird Jane Heffner, Vizepräsidentin der IFR, am Mittwoch, den 24. Juni, um 10:30 Uhr (Automate Show Theatre) die vorläufigen Zahlen zu den Installationen von Industrierobotern auf dem nordamerikanischen Markt vorstellen. Auf dem anschließenden IFR Executive Roundtable zum Thema “What’s Next in Automation: Market Forces, Technology, and Leadership Perspectives” diskutieren Mikell Taylor (General Motors), Justin Brown (Teradyne), Justin King (Omron Robotics), Jan Louwen (Stäubli), Robert Little (Robert Little Robotics Advisory) und Robert Huschka A3: https://www.automateshow.com/agenda/automate-show-theater

Downloads

Eine Grafik finden Sie unter: https://ifr.org/ifr-press-releases/us-robot-industry-returns-to-double-digit-growth

Die Roboterdichte

Die Roboterdichte ist die Anzahl der einsatzbereiten Industrieroboter im Verhältnis zur Anzahl der Beschäftigten. Sie kann die gesamte verarbeitende Industrie oder nur bestimmte Industriezweige abbilden. Die Zahl der Beschäftigten dient als Maß für die wirtschaftliche Größe, so dass der Quotient aus Betriebsbestand und Beschäftigten den Betriebsbestand auf eine einheitliche Basis stellt.

Über die IFR

Die International Federation of Robotics ist das Sprachrohr der weltweiten Robotikindustrie. IFR wurde 1987 als nicht gewinnorientierte Organisation gegründet und vertritt heute mehr als 3.000 Organisationen. Zu ihren Mitgliedern zählen Hersteller von Industrie- und Servicerobotern, nationale Roboterverbände, Forschungseinrichtungen sowie Start-ups aus mehr als 30 Ländern. Mehr auf: www.ifr.org

Das IFR Statistical Department stellt Branchendaten für folgende statistische Jahrbücher bereit:

World Robotics - Industrieroboter: Dieser einzigartige Bericht liefert weltweite Statistiken über Industrieroboter in einheitlichen Tabellen und ermöglicht aussagefähige Ländervergleiche. Er enthält statistische Daten aus circa 40 Ländern, aufgeschlüsselt nach Anwendungsbereichen, Industriesektoren, Roboterarten und anderen technischen und wirtschaftlichen Aspekten. Für ausgewählte Länder sind Produktions-, Export- und Importdaten aufgeführt. Mit der Roboterdichte, d.h. der Anzahl von Robotern je 10.000 Beschäftigten, wird zudem ein Maß für den Automationsgrad angeboten.

World Robotics - Serviceroboter: Dieser einzigartige Bericht beschreibt marktfähige Produkte, Aufgaben, Herausforderungen und neue Entwicklungen zur Anwendung von Servicerobotern. Der Bericht enthält die Ergebnisse der jährlichen IFR-Serviceroboter-Erhebung zum weltweiten Absatz von professionell und privat genutzten Servicerobotern sowie eine Branchenstrukturanalyse mit einer vollständigen Liste aller dem IFR bekannten Serviceroboterhersteller. Die Studie wird gemeinsam mit den Robotik-Experten des Fraunhofer IPA, Stuttgart, erstellt.

IFR auf LinkedIn und YouTube.

 

© Business Wire, Inc.

Advertencia :
Este comunicado de prensa no es un documento producido por AFP. AFP no será responsable de su contenido. Para cualquier pregunta relacionada, por favor póngase en contacto con las personas/entidades mencionadas en el comunicado de prensa.