Kroatien: Zehntausende gehen wegen illegaler Giftmülldeponie auf die Straße
Aus Protest gegen die illegale Entsorgung giftigen Mülls sind in Kroatiens Hauptstadt Zagreb zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Die Demonstranten forderten am Samstagabend die sofortige Beseitigung der Abfälle, die im vergangenen Jahr in einer der unberührtesten Regionen des Landes entdeckt worden waren. Im August war ein Bericht veröffentlicht worden, in dem vor den Gefahren des Giftmülls gewarnt wurde.
Unter den etwa 35.000 Tonnen Müll, die in Gospic in der westlichen Region Lika gefunden worden waren, befanden sich medizinische Abfälle und Elektronikschrott. Lika ist bekannt für unberührte Wälder und Flüsse, dort befinden sich mehrere Nationalparks.
Die Behörden ermitteln gegen zehn Verdächtige und vier Unternehmen, die den Müll aus Slowenien, Italien und Deutschland importiert und dann zusammen mit medizinischen Abfällen aus Kroatien illegal abgeladen haben sollen.
In dem im August veröffentlichten Bericht der Ermittler heißt es, dass sich die Verunreinigung des Bodens schon über die illegale Deponie hinaus ausgebreitet habe, was ein "erhebliches Risiko für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen" darstelle.
Die Demonstration am Samstag stand unter dem Motto "Marsch für Lika, Marsch für Kroatien" und wurde von Präsident Zoran Milanovic, der Opposition und viele Prominenten und Nichtregierungsorganisationen unterstützt. Die Organisatoren fordern, dass die Behörden innerhalb von 20 Tagen einen konkreten Plan zur Beseitigung des Mülls in den kommenden drei Monaten vorlegen, sowie die Bestrafung der Verantwortlichen.
Der konservative Regierungschef Andrej Plenkovic hatte unlängst angekündigt, dass die Deponie bis Mitte Oktober abgedeckt und anschließend abgeräumt werden soll.
Latest stories
Topthemen Isar Aerospace: Erfolgreicher Start von Trägerrakete "nur ein erster Schritt"
Der erfolgreiche Flug der Trägerrakete Spectrum in die Erdumlaufbahn war nach den Worten des Chefs des bayerischen Startups Isar Aerospace, Daniel Metzler, nur "ein erster Schritt". "Das Ziel war nicht, nur eine Rakete zu starten, sondern viele Raketen zu starten", sagte Metzler am Sonntag bei einer Online-Pressekonferenz. Ein weiterer Startplatz in Kanada sei bereits im Bau, neben dem norwegischen Weltraumbahnhof Andöya, von dem aus Spectrum am Samstag als erste privat entwickelte Rakete vom europäischen Kontinent aus geflogen war. Das...
Topthemen Anschläge auf Umspannwerke: Fahndung nach Tatverdächtigem läuft auf Hochtouren
Nach Anschlägen oder Sabotageversuchen an der Stromversorgung in gleich drei Bundesländern läuft die Fahndung nach einem Verdächtigen auf Hochtouren. "Es gibt einige Hinweise, denen wir nachgehen", sagte ein Sprecher der Kölner Polizei am Sonntag. Wie die Brandenburger Polizei mitteilte, könnte der 48-Jährige mit einem Fahrrad unterwegs sein. Politiker von Grünen und CDU forderten...
Topthemen Explosionen in Militärgebäude in Bolivien: Drei Tote und mehr als 80 Verletzte
Durch Explosionen in einem Militärgebäude in Bolivien sind mindestens drei Menschen getötet und 84 weitere verletzt worden. Nach den zwei Explosionen am Freitag in der Stadt Viacha suchten die Rettungsmannschaften am Wochenende weiterhin in den Trümmern nach Vermissten. Die Ursache der Detonationen war zunächst unklar. In dem...