Deutsche Olympia-Chancen: "In der Lage, flexibel zu reagieren"
Sportwissenschaftler und Historiker Stephan Wassong räumt den deutschen Olympia-Ambitionen nach der bevorstehenden nationalen Kandidatenkür gute Erfolgsaussichten ein. "Ich glaube, dass man in Deutschland vortragen muss, dass man über ein sehr solides finanzielles Konzept verfügt, das auch angepasst werden kann an sich ändernde wirtschaftliche Bedingungen, an politische Bedingungen, das heißt: Man ist in der Lage, flexibel zu reagieren", sagte der Leiter des Instituts für Sportgeschichte an der Deutschen Sporthochschule Köln im SID-Interview.
"Man sollte ganz klar hervorheben, dass die Spiele eine demokratische Verankerung haben, dass sie getragen werden von der Gesellschaft", führte Wassong aus, der ein "interessantes Feld an internationalen Mitbewerbern" sieht, "das selten so wirtschaftlich, politisch und geografisch ausdifferenziert war".
Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes am kommenden Samstag in Baden-Baden wird abgestimmt, welcher deutsche Interessent (Berlin, München oder Köln/Rhein-Ruhr) beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) als Bewerber um die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 ins Rennen geschickt wird. Die Zahl der Interessenten weltweit ist zweistellig, Wassong sieht die größten Kontrahenten in Ahmedabad/Indien, Doha/Katar, Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad und der türkischen Metropole Istanbul, die damit wuchern könne, "zwei Kontinente" zu verbinden.
Deutschland könne sich dadurch abheben, zu "betonen, dass - egal ob es eine Region oder eine Stadt wird - man das nicht als ein Exklusivprojekt sieht, das nur für die Region da ist und das nur für die Stadt da ist. Es geht darum, die Ausstrahlung zu schaffen auf das gesamte Land, das ein Interesse an dem olympischen Sport hat, was zu dieser gesellschaftlichen Verankerung im Sport führt, was zu einer Weiterentwicklung von Breitensport und Leistungssport führt."
Das IOC will 2029 entscheiden, wer sieben Jahre später die Sommerspiele ausrichtet. Nach der Entscheidung von Baden-Baden bleibt somit nicht viel Zeit für den DOSB. "Die Zeitschiene ist eigentlich für alle Bewerber eine gewisse Herausforderung", erklärte Wassong.
Der kontinuierliche Dialog aller Interessenten mit dem IOC ende im März 2027, dann gelte es, die erste Auslese zu überstehen und in den strategischen Dialog zu kommen mit etwa nur noch fünf Kandidaten. Für Wassong ist diese von IOC-Präsidenten Kirsty Coventry eingezogene Zwischenebene ein guter Schritt, der dazu führen werde, "dass die Konzepte für eine Bewerbung etwas flexibler gestaltet werden können".
© 2008-2026 Sport-Informations-Dienst
Latest stories
Espanol El recorte de la ayuda estadounidense está matando a trabajadoras sexuales en Kenia
Bajo un bloque de cemento sin ninguna inscripción en un cementerio de Nairobi descansan los restos de Judy, una trabajadora sexual keniana seropositiva, víctima de los...
Montevideo Estêvão vivirá "cada minuto" como "una final" en su vuelta a la selección de Brasil
Después de perderse por lesión el Mundial 2026, Estêvão celebró este martes como "un privilegio" regresar a...
Montevideo "Tengo la bala allí adentro todavía", cuenta migrante detenido por ICE en EEUU
Wilber Garcés recorría las calles de Austin, Texas, para entregar un pedido. Migrante venezolano, laboraba haciendo repartos con su vehículo. En el camino, cuenta, un agente estadounidense de inmigración lo chocó y le disparó. Lo mantuvieron en...