WAVE stellt Gefriertrockner-Steuerung auf KI um: Inbetriebnahme sinkt von zwölf auf zwei Wochen

29 Jul 2026
WIEN

Die Wave Trockensysteme GmbH steuert ihre industriellen Gefriertrockner künftig mit Brain, einem KI-basierten Steuerungssystem von Interkey. Statt SPS-Code in einer Engineering-Umgebung zu programmieren, beschreibt der Techniker die Anlage in natürlicher Sprache – Heizungen, Motoren, Sensoren, Sollwerte, Sicherheitsgrenzen. Ein KI-Agent, der direkt im Schaltschrank läuft, erzeugt daraus die Steuerungslogik, baut die Bedienoberfläche, konfiguriert die Alarmierung und führt durch die Inbetriebnahme. Auf der ersten Produktionsanlage von WAVE verkürzte sich die Inbetriebnahmezeit damit von zwölf auf zwei Wochen.

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Der Industrie-Gefriertrockner IC570MAX von WAVE. Kunden wählen die Steuerung: bewährte Siemens S7-SPS oder Brain, das KI-basierte Steuerungssystem von Interkey. (Foto: Wave Trockensysteme)

Der Industrie-Gefriertrockner IC570MAX von WAVE. Kunden wählen die Steuerung: bewährte Siemens S7-SPS oder Brain, das KI-basierte Steuerungssystem von Interkey. (Foto: Wave Trockensysteme)

Steuerungstechnik als Engpass im Sondermaschinenbau

WAVE fertigt Gefriertrocknungsanlagen in Kleinserie und kundenspezifischen Ausführungen. Der mechanische Aufbau dauert dabei Wochen – SPS-Programmierung, HMI-Design und Inbetriebnahme bisher Monate, und jede Konstruktionsänderung löste den Aufwand erneut aus. Nach dem Ergebnis der ersten Produktionsanlage plant WAVE den Einsatz von Brain in einer Serie von 100 Gefriertrocknern.

„Unsere Anlagen sind Sondermaschinen in Kleinserie – die Steuerungstechnik war bisher der langsamste und teuerste Teil jedes Projekts. Mit Brain beschreibt unser Techniker die Anlage, und die Steuerung entsteht im Dialog. Die Inbetriebnahme in zwei statt zwölf Wochen verändert unsere Kalkulation grundlegend“, sagt Michael Marcovici, Geschäftsführer der Wave Trockensysteme GmbH.

Ohne Cloud, mit klaren Grenzen für die KI

Brain arbeitet vollständig offline: Steuerung, KI-Agent und Datenaufzeichnung laufen ohne Cloud-Anbindung, Prozessdaten verlassen das Werk nicht. Was der KI-Agent an einer Anlage tun darf, regelt ein fünfstufiges Berechtigungsmodell vom reinen Lesen bis zu sicherheitskritischen Eingriffen; jede Aktion wird in einem unveränderlichen Protokoll dokumentiert. Not-Aus und Hardware-Überwachung bleiben von der KI unabhängig.

„Der Engpass im Maschinenbau ist längst nicht mehr die Mechanik, sondern die Steuerungssoftware. Brain macht aus Monaten Engineering ein Gespräch mit der Maschine“, sagt Interkey-Gründer Moritz Marcovici.

Verfügbarkeit

Brain wird als komplette Hardware ausgeliefert – Steuerung, I/O, Bedienoberfläche und KI-Agent in einem Schaltschrank – und ist ab dem dritten Quartal 2026 verfügbar. Informationen, Produktfilme und Reservierungen unter www.interkey.com. Interkey wurde von Moritz Marcovici gegründet; Brain wurde in enger Zusammenarbeit mit WAVE als Pilotanwender zur Serienreife entwickelt. Zur Skalierung von Serienfertigung und Vertrieb ist Interkey offen für Gespräche mit strategischen Partnern und Investoren.

Über WAVE

Die Wave Trockensysteme GmbH mit Sitz in Wien entwickelt und fertigt Gefriertrocknungsanlagen von der kompakten 25-kg-Klasse bis zu kontinuierlich arbeitenden Industrieanlagen. WAVE-Anlagen sind bei Lebensmittel-, Petfood- und Pharmaproduzenten in Europa, Nordamerika, dem Nahen Osten und Asien im Einsatz. www.wave.cc

 

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