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USA bringen zwei von syrischen Kurden inhaftierte IS-Kämpfer außer Landes

Syrian Democratic Forces/AFP/Archiv / Handout Britische IS-Kämpfer

Die USA haben zwei von syrischen Kurden inhaftierte Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) außer Landes gebracht. "Für den Fall, dass die Kurden oder die Türkei die Kontrolle verlieren, haben die USA bereits zwei IS-Kämpfer, die im Zusammenhang mit Enthauptungen stehen, außer Landes und an einen sicheren, von den USA kontrollierten Ort gebracht", schrieb Trump am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die US-Regierung reagierte damit auf Sorgen, inhaftierte IS-Kämpfer könnten angesichts der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien entkommen.

Wohin genau die Dschihadisten gebracht wurden, wurde nicht bekannt. Ein US-Regierungsvertreter sagte, sie befänden sich "gemäß dem Kriegsrecht in militärischem Gewahrsam".

US-Medienberichten zufolge handelt es sich bei den Männern um zwei berüchtigte britische IS-Kämpfer. Sie gehörten zu einer vierköpfigen Gruppe, die im einst vom IS kontrollierten Gebiet Ausländer entführt, gefoltert und getötet haben soll, darunter den US-Journalisten James Foley. Von den vier Angehörigen der als "Beatles" bezeichneten Gruppe wurde einer bei einem Drohnenangriff getötet, ein weiterer ist in der Türkei inhaftiert.

Kurdische Einheiten hatten bei ihrem Kampf gegen den IS rund 10.000 Dschihadisten gefasst. Bei rund 2000 von ihnen handelt es sich um Ausländer, vor allem aus europäischen Ländern, die sich weigern, diese Staatsangehörigen zurückzuholen. Nun besteht die Sorge, dass IS-Kämpfer wegen der türkischen Militäroffensive gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Nordsyrien entkommen könnten.

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch im Weißen Haus gesagt, die USA würden einige der gefährlichsten IS-Kämpfer von den Kurden übernehmen und an sichere Orte bringen. Allerdings würden die Kurden die Gefangenen auch weiterhin bewachen, sagte Trump weiter. "Wenn die Kurden nicht aufpassen, wird die Türkei aufpassen. Sie wollen diese Leute genauso wenig in Freiheit wissen wie wir."

Die Türkei hatte am Mittwoch ihre Militäroffensive gegen die YPG-Miliz in Nordsyrien begonnen. Möglich wurde die Offensive durch den von Trump angeordneten Abzug von US-Soldaten aus der Region. Die YPG-Miliz war ein wichtiger Verbündeter der USA im Kampf gegen den IS. Die Türkei sieht die YPG aber als Bedrohung, da sie eng verbunden ist mit den Rebellen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

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