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Studie: Braunkohletagebau trocknet Hambacher Forst im rheinischen Revier aus

dpa/AFP/Archiv / Federico Gambarini Der Hambacher Forst am Braunkohletagebau Hambach

Der an den Hambacher Wald heranrückende RWE-Braunkohletagebau im rheinischen Revier heizt einer Greenpeace-Studie zufolge die Landschaft auf und trocknet so den bereits dürregestressten Wald aus. Laut der am Mittwoch in Hamburg veröffentlichten Untersuchung eines Teams um den Waldforscher Pierre Ibisch tragen extreme Temperaturunterschiede zwischen Tagebau und Hambacher Forst im Sommer zum vermehrten Absterben von Bäumen an den Waldrändern bei.

Laut Greenpeace zeigt die Studie mit Hilfe satellitengestützter Auswertungsverfahren, dass der Tagebau Hambach insbesondere in den Sommermonaten der jüngst besonders warmen Jahre mit durchschnittlichen Oberflächentemperaturen von über 45 Grad Celsius der Hitzepol der Region ist. Die Thermik über dem sich aufheizenden Tagebau verstärke im Hambacher Wald die Trockenheit der vergangenen beiden Jahre.

"Der Tagebau wirkt auf den Wald wie eine gigantische Abzugshaube. Die aufsteigende erhitzte Luft saugt Feuchtigkeit aus dem Wald und der gesamten Umgebung", erklärte der Biologe Ibisch. "Der Hambacher Wald ist gefährdet." Die weitere Abbaggerung hin zum Waldrand müsse sofort gestoppt, an den Forst angrenzende Gebiete müssten als "thermische Pufferzone" auf einer Breite von bis zu 500 Metern wiederbewaldet werden.

Vertreter aus Politik, Industrie und Umweltverbänden hatten sich im Kohlekompromiss darauf geeinigt, dass der Erhalt des Hambacher Walds "wünschenswert" sei. Der Hambacher Forst zwischen Köln und Aachen wurde in den vergangenen Jahren zum Symbol für den Widerstand von Klimaaktivisten und Umweltschützern gegen die Braunkohleverstromung.

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