Sie sind hier

Neu

Jordanischer König warnt im Libyen-Konflikt vor "zweitem Syrien"

AFP / Frederick FLORIN König Abdullah II. im Straßburger EU-Parlament

Der jordanische König Abdullah II. hat vor einem offenen Krieg in Libyen gewarnt. Es bestehe das Risiko, dass das nordafrikanische Land "ein gescheiterter Staat, ein zweites Syrien nahe Ihres Heimatkontinents" werde, sagte der König am Mittwoch vor den EU-Abgeordneten im Parlament in Straßburg. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell sprach sich dagegen aus, eine militärische Lösung in dem Konflikt kategorisch auszuschließen.

In Libyen haben sich verschiedene Milizen breit gemacht und kämpfen teils mit Unterstützung ausländischer Regierungen gegen die Einheitsregierung in Tripolis. Die EU und auch Deutschland lehnen ein militärisches Eingreifen in dem nordafrikanischen Staat bislang ab. Eine internationale Konferenz am Sonntag mit Deutschland als Gastgeber soll Wege aus dem Konflikt weisen.

In einer auffallend unverblümten Einschätzung des Lage in Libyen sagte der EU-Außenbeauftragte Borrell, das Krisentreffen in Berlin biete keine Erfolgsgarantie. Zudem habe sich die EU durch ihr Festhalten an einer diplomatischen Lösung selbst gelähmt. "Wir Europäer, die wir nicht an einer militärischen Lösung teilnehmen wollen, verbarrikadieren uns in dem Glauben, dass es keine militärische Lösung gibt", sagte der Spanier am Dienstagabend im Straßburger Parlament.

König Abdullah II. von Jordanien zeigte sich in seiner Rede besorgt über die Lage in vielen Ländern seiner Heimatregion, von Iran bis Libyen. "Heute muss ich ehrlich sagen, dass die Gefahren zugenommen haben." Und was im Nahen Osten passiere, habe immer auch Auswirkungen auf den Rest der Welt.

Der Monarch nahm auch Bezug auf die in die Ferne gerückte Zweistaatenlösung im Konflikt zwischen Israel und Palästinensern. "Eine friedlichere Welt ist nicht möglich ohne Stabilität im Nahen Osten. Und ein stabiler Naher Osten ist nicht möglich ohne Frieden zwischen Palästinensern und Israelis", sagte der König, der in der Krisenregion als verlässlicher Partner und guter Vermittler gilt.

Das weltweite Netz der AFP

200 Weltdienst-Büros decken 151 Länder ab

Mehr dazu
Mehr dazu

Kontakt zu AFP

Wollen Sie uns Informationen oder Anmerkungen übermitteln? Schreiben Sie uns via...