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Mindestens 13 Tote bei Anschlag auf Wahlkampfkundgebung in Pakistan

AFP / ABDUL MAJEED Anschlagsort in Peshawar

Bei einem Selbstmordanschlag während einer Wahlkampfkundgebung im Nordwesten Pakistans sind mindestens 13 Menschen getötet und mindestens 54 weitere verletzt worden. Der Attentäter sprengte sich am Dienstag während einer Veranstaltung der Awami-National-Partei (ANP) in der Stadt Peshawar in die Luft, wie die Polizei mitteilte. Unter den Toten war demnach auch ein Politiker.

Die Polizei ging von einem gezielten Attentat aus. Unter den Todesopfern sei der ANP-Politiker Haroon Bilour, sagte der Polizeichef von Peshawar, Qazi Jameel. Laut Polizei zündete der Attentäter seinen Sprengsatz, als Bilour vor rund 200 Anhängern zu einer Rede ansetzen wollte. "Es war ein Selbstmordanschlag und er richtete sich gegen Bilour", sagte der Polizist Shafqat Malik.

Der Politiker hatte für die Parlamentswahl am 25. Juli kandidieren wollen. Er entstammte einer einflussreichen Politikerfamilie aus der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa.

Wenige Stunden vor dem Anschlag hatte ein Sprecher des pakistanischen Militärs auf die prekäre Sicherheitslage im Vorfeld der Parlamentswahl hingewiesen. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand.

Im örtlichen Fernsehen waren Krankenwagen zu sehen, die zum Anschlagsort rasten. Einige Menschen weinten. Ein AFP-Reporter vor Ort sah sterbliche Überreste von Opfern, Schuhe, Kopfbedeckungen und zerbrochene Stühle am Boden liegen.

Die ANP, die sich entschieden gegen extremistische Gruppen wie die Taliban wendet, war bereits wiederholt Ziel islamistischer Extremisten gewesen. Auch Bilours Vater, der ANP-Politiker Bashir Bilour, war 2012 bei einem Selbstmordanschlag getötet worden.

Peshawar grenzt an die halbautonomen pakistanischen Stammesgebiete. Die schwer zugängliche Bergregion an der Grenze zu Afghanistan ist ein Rückzugsgebiet von Extremistengruppen aus beiden Ländern, Schmuggler und Drogenhändler nutzen die Stadt als Umschlagplatz.

Die Armee konnte die militanten Gruppen in den vergangenen Jahren zurückdrängen, doch werden in der Region immer wieder schwere Anschläge verübt. Sie richten sich meist gegen Politiker und Sicherheitskräfte. Aber auch religiöse Versammlungen und sogar Schulen waren Ziel von Anschlägen.

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