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Militärkoalition übernimmt Verantwortung für Angriff im Norden des Jemen

AFP / Thorsten EBERDING Jemen

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hat die Verantwortung für einen Luftangriff im Norden des Jemen übernommen, bei dem nach Angaben des Roten Kreuzes ein Bus mit Kindern getroffen wurde. In einer am Donnerstag von der saudiarabischen Nachrichtenagentur SPA veröffentlichten Stellungnahme sprach die Koalition von einem "legitimen Militäreinsatz".

Es handle sich um die Vergeltung für einen Raketenangriff der jemenitischen Rebellen auf die saudiarabische Stadt Dschisan am Vortag, hieß es. Dabei seien ein Mensch getötet und weitere verletzt worden.

Nach Angaben der Huthi-Rebellen, die den Norden des Jemen unter ihrer Kontrolle haben, wurden bei dem Angriff in der Region Saada am Donnerstagmorgen 39 Menschen getötet und 51 weitere verletzt. Die meisten Opfer seien Kinder.

Unabhängige Angaben zur Zahl der Opfer lagen zunächst nicht vor. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) teilte mit, in ein von der Organisation unterstütztes Krankenhaus seien "dutzende Tote und Verletzte" eingeliefert worden. Es sei ein Bus mit Kindern getroffen worden. Demnach ereignete sich der Angriff auf einem Markt in Dahjan in der Region Saada.

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef äußerte sich besorgt über Berichte über getötete Kinder. Erst am Donnerstag vergangener Woche waren ein Krankenhaus und ein Fischmarkt in der von Rebellen kontrollierten jemenitischen Hafenstadt Hodeida Ziele von Luftangriffen. Laut Rotem Kreuz wurden mindestens 55 Zivilisten getötet und 170 weitere verletzt. Die Militärkoalition um Saudi-Arabien wies die Verantwotung von sich.

Im Jemen kämpfen vom Iran unterstützte schiitische Huthi-Rebellen seit 2014 gegen die Truppen des sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi. Diese werden von einer von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition unterstützt. Auch Saudi-Arabien ist sunnitisch. Seit Beginn der Luftangriffe der Militärkoalition im März 2015 wurden in dem Konflikt fast 10.000 Menschen getötet. Nach Angaben der UNO leidet der Jemen zudem unter der derzeit schlimmsten humanitären Krise weltweit.

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