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Kanada bemüht sich in Streit mit Saudi-Arabien um Unterstützung Deutschlands

AFP/Archiv / NICHOLAS KAMM Kanadas Außenministerin Chrystia Freeland

In der diplomatischen Krise mit Saudi-Arabien sucht Kanada hinter den Kulissen Unterstützung von Verbündeten, darunter Deutschland und Schweden. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus kanadischen Regierungskreisen erfuhr, sprach Außenministerin Chrystia Freeland diesbezüglich mit ihren Amtskollegen in den beiden EU-Ländern.

Hintergrund des Streits ist Kritik aus Kanada an einer neuen Welle von Festnahmen von Frauen- und Menschenrechtsaktivisten in Saudi-Arabien. Riad sprach von "Einmischung in innere Angelegenheiten", wies den kanadischen Botschafter aus und zog seinen eigenen Botschafter aus Kanada ab. Zudem kündigte Saudi-Arabien an, die Geschäftsbeziehungen und akademischen Programme zwischen beiden Ländern einzufrieren. Die staatliche saudiarabische Fluglinie Saudia Airlines erklärte, alle Flüge von und nach Toronto zu stoppen.

Wie Kanada hatten sich auch Deutschland und Schweden in der Vergangenheit wegen Kritik an der Politik Saudi-Arabiens den Zorn Riads zugezogen. Den Angaben aus kanadischen Regierungskreisen zufolge bemühte sich Freeland um Informationen, wie Berlin und Stockholm die jeweiligen Konflikte lösten. Ottawa will sich demnach auch an die Vereinigten Arabischen Emirate und Großbritannien wenden.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, Norbert Röttgen (CDU), forderte die Europäische Union und die Bundesregierung auf, ihre Solidarität mit Kanada zu erklären und das Vorgehen Saudi-Arabiens zurückzuweisen. Die westlichen Demokratien seien eine Wertegemeinschaft und müssten zusammenstehen, wenn ein Land wie Saudi-Arabien die Kritik an der Menschenrechtslage dort zu unterdrücken versuche, sagte Röttgen dem "Tagesspiegel" vom Freitag.

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