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Lula meldet sich erstmals aus der Haft zu Wort

AFP/Archiv / Miguel SCHINCARIOL Brasiliens Ex-Präsident Lula

Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat sich erstmals aus der Haft zu Wort gemeldet. "Ich bin ruhig, aber empört, so wie jeder Unschuldige sich empört, wenn er ungerecht behandelt wird", schrieb Lula in einem Brief an die Senatorin Gleisi Hoffmann, die auch Vorsitzende seiner Arbeiterpartei ist.

Er richtete sich in dem in der Nacht zum Dienstag veröffentlichten Schreiben auch an seine Unterstützer, die vor dem Gefängnis in Curitiba ein Protestcamp errichtet haben. Lula dankte den Demonstranten für ihren "Widerstand" und ihre Solidarität.

Linke Aktivisten besetzten am Montag außerdem für mehrere Stunden ein Apartment in der Küstenstadt Guarujá, um gegen Lulas Inhaftierung zu protestieren. Das Apartment steht im Zentrum des Korruptionsskandals um Lula. "Lasst ihn frei, oder es wird keinen Frieden geben", riefen die Demonstranten, unter ihnen Mitglieder einer Obdachlosenvereinigung. Lula galt als Favorit für die Präsidentschaftswahl im Oktober. Trotz seiner Inhaftierung ist er weiterhin der Spitzenkandidat der Arbeiterpartei.

Lula war im vergangenen Jahr wegen Verwicklung in einen weitverzweigten Korruptionsskandal und Geldwäsche verurteilt worden. Anfang April trat er seine Haftstrafe an. Dem Urteil zufolge ließ sich er sich während seiner Präsidentschaft von der Baufirma OAS eine Luxuswohnung in Guarujá sowie eine große Geldsumme in bar schenken. Der Baukonzern soll im Gegenzug bei Verträgen mit dem staatlich kontrollierten Ölkonzern Petrobras begünstigt worden sein.

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