
Bei einem Angriff auf einen Sikh-Tempel im nördlichen US-Bundesstaat Wisconsin sind mindestens sieben Menschen getötet worden. Nach Angaben der Polizei befand sich unter den Toten auch der mutmaßliche Schütze. Der Angriff ereignete sich in der Stadt Oak Creek am Ufer des Michigansees.
Nach Angaben von Polizeichef Brad Wentlandt wurden vier Menschen im Inneren des Tempels getötet, drei weitere außerhalb des Gebäudes. Die Ermittler gingen nicht davon aus, dass sich noch ein weiterer Schütze im Tempel aufhalte, sagte Wentlandt. Dies hatten einige US-Medien zuvor berichtet. Die Situation sei aber sehr unübersichtlich.
Ein Angreifer und ein Polizist lieferten sich nach Angaben Wentlandts außerhalb des Tempels einen Schusswechsel. Der Angreifer sei außer Gefecht gesetzt worden, der Polizist sei mit Schussverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Er gehe davon aus, dass er überleben werde. Eine Sprecherin des Froedtert-Krankenhauses sagte, drei Erwachsene würden mit schwersten Verletzungen in der Klinik behandelt. Das Krankenhaus bereite sich auf weitere Opfer vor, sagte ein anderer Sprecher dem Sender CNN.
Mehrere Polizeieinheiten sowie Einheiten der Bundespolizei FBI waren am Tatort im Einsatz. Die Zeitung "Milwaukee Journal Sentinel" meldete, auch der Tempel-Vorsteher Satwant Kaleka sei bei dem Angriff verletzt worden und liege im Krankenhaus. Es gebe zwischen 20 und 30 Opfer. Womöglich hätten Angreifer Kinder als Geiseln genommen und sich im Tempel verschanzt; diese Information wurde von der Polizei nicht bestätigt.
Der oberste Tempelpriester soll der Zeitung zufolge auf einer Toilette eingeschlossen sein und ein Handy dabei haben. Ein Augenzeuge sprach von bis zu vier Angreifern. Die örtliche Sikh-Gemeinde wurde 1999 gegründet. Die in Indien entstandene Religionsgemeinschaft hat in den USA und in Großbritannien zahlreiche Anhänger.
Erst am 20. Juli war die US-Öffentlichkeit von der Bluttat eines Amokschützen erschüttert worden, der in einem Kino in Aurora im Bundesstaat Colorado zwölf Menschen tötete und 58 weitere verletzte.